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Nachlass verkaufen – Was wird angekauft und wie läuft der Nachlassankauf ab?

Nach einem Todesfall stehen Angehörige häufig vor einer schwierigen Aufgabe: Eine Wohnung oder ein Haus muss aufgelöst und der vorhandene Nachlass gesichtet werden. Neben persönlichen Erinnerungsstücken befinden sich darunter möglicherweise Antiquitäten, Schmuck, Silber, Kunst oder andere Gegenstände mit einem relevanten Marktwert.

Was versteht man unter einem Nachlassankauf?

Wer einen Nachlass verkaufen möchte, sollte deshalb nicht sofort mit der Haushaltsauflösung oder Entsorgung beginnen. Eine vorherige Sichtung kann helfen, interessante Gegenstände zu identifizieren und anschließend gezielt über einen Nachlassankauf zu verwerten.

Anders als bei einer reinen Haushaltsauflösung geht es dabei nicht in erster Linie darum, sämtliche Gegenstände aus einer Immobilie zu entfernen. Im Mittelpunkt steht zunächst die Frage, welche Objekte noch einen Marktwert besitzen.

Das können einzelne Gegenstände, mehrere Objekte oder größere Teile eines Nachlasses sein.

Welche Gegenstände können aus einem Nachlass angekauft werden?

Welche Objekte tatsächlich interessant sind, hängt von Qualität, Zustand und aktueller Nachfrage ab.

Für einen Ankauf können beispielsweise infrage kommen:

  • Antiquitäten
  • antike Möbel
  • Designermöbel und Designklassiker
  • Gemälde und Grafiken
  • Skulpturen
  • Schmuck
  • Uhren
  • Silber und Silberbesteck
  • Porzellan und Keramik
  • hochwertige Teppiche
  • Asiatika
  • Kunstobjekte
  • Sammlungen und Sammlerstücke

Nicht das Alter allein entscheidet darüber, ob ein Gegenstand wertvoll ist.

Nachlass verkaufen: Warum sollte zuerst eine Sichtung erfolgen?

Gerade bei einer umfangreichen Haushaltsauflösung entsteht schnell Zeitdruck. Die Wohnung soll leer werden und große Mengen an Hausrat müssen innerhalb kurzer Zeit sortiert werden.

Genau dabei können interessante Gegenstände übersehen werden.

Eine vorherige Sichtung hilft dabei, zwischen persönlichen Gegenständen, verwertbaren Objekten und gewöhnlichem Hausrat zu unterscheiden.

Besonders bei Haushalten, die über viele Jahrzehnte bestanden haben, sollte deshalb nicht vorschnell entsorgt werden.

Wo können sich Wertgegenstände im Nachlass befinden?

Wertvolle Gegenstände stehen nicht immer sichtbar in einer Vitrine.

Schmuck, Silber, Münzen, kleinere Sammlerstücke oder Dokumente können sich beispielsweise in Schubladen, Schränken und Aufbewahrungsboxen befinden.

Vor einer Haushaltsauflösung lohnt deshalb eine gründliche Kontrolle von:

  • Kommoden
  • Schreibtischen
  • Nachttischen
  • Kleiderschränken
  • Vitrinen
  • Schubladen
  • Kartons
  • Keller
  • Dachboden
  • Abstellräumen

Auch Unterlagen sollten nicht ungeprüft entsorgt werden.

Welche Merkmale können auf interessante Gegenstände hinweisen?

Bei der ersten Sichtung können bestimmte Kennzeichnungen hilfreich sein.

Achten Sie beispielsweise auf:

  • Signaturen
  • Künstlernamen
  • Herstelleretiketten
  • Punzen
  • Stempel
  • Manufakturmarken
  • Seriennummern
  • Modellbezeichnungen
  • Zertifikate
  • alte Rechnungen
  • Gutachten

Solche Informationen können bei der späteren Bewertung eine wichtige Rolle spielen.

Wie läuft ein Nachlassankauf ab?

Der konkrete Ablauf hängt vom Umfang des Nachlasses ab. Grundsätzlich lässt er sich jedoch in mehrere Schritte unterteilen.

1. Nachlass sichten

Zunächst wird geprüft, welche Gegenstände vorhanden sind und welche davon für eine nähere Bewertung interessant sein könnten.

Bei kleineren Mengen können aussagekräftige Fotos eine erste Orientierung ermöglichen. Bei umfangreicheren Nachlässen kann eine Besichtigung vor Ort sinnvoller sein.

2. Interessante Objekte identifizieren

Im nächsten Schritt werden Gegenstände herausgefiltert, für die ein Ankauf grundsätzlich infrage kommt.

Dabei können unter anderem Hersteller, Künstler, Material, Zustand, Alter und aktuelle Nachfrage berücksichtigt werden.

3. Gegenstände bewerten

Anschließend erfolgt eine genauere Einschätzung.

Je nach Objekt können unterschiedliche Merkmale entscheidend sein. Bei Silber spielen beispielsweise Punzen und Feingehalt eine Rolle, während bei Gemälden Künstler, Technik, Provenienz und Zustand relevant sein können.

4. Ankauf vereinbaren

Sind Gegenstände für einen Ankauf geeignet, kann auf Grundlage der Bewertung ein Angebot erfolgen.

Erst danach entscheidet der Eigentümer beziehungsweise die berechtigte Person, ob die entsprechenden Stücke tatsächlich verkauft werden sollen.

5. Haushaltsauflösung planen

Soll gleichzeitig die gesamte Immobilie geräumt werden, kann anschließend die eigentliche Haushaltsauflösung organisiert werden.

Damit sind Ankauf und Räumung klar voneinander getrennt, können organisatorisch jedoch miteinander verbunden werden.

Nachlassankauf und Haushaltsauflösung – wo liegt der Unterschied?

Die Begriffe werden häufig miteinander verbunden, beschreiben aber unterschiedliche Leistungen.

Beim Nachlassankauf geht es um die Bewertung und den Ankauf geeigneter Wertgegenstände.

Bei einer Haushaltsauflösung steht dagegen die vollständige Räumung einer Wohnung oder eines Hauses im Mittelpunkt.

In vielen Fällen ist eine Kombination sinnvoll: Zuerst werden mögliche Wertgegenstände identifiziert und anschließend wird der verbleibende Haushalt aufgelöst.

Kann der Nachlassankauf die Kosten der Haushaltsauflösung reduzieren?

Sind ankauffähige Gegenstände vorhanden, kann eine Wertanrechnung möglich sein.

Dabei wird der vereinbarte Ankaufwert geeigneter Objekte bei der weiteren Abwicklung berücksichtigt.

Ein Beispiel: Befinden sich im Nachlass interessante Antiquitäten, Schmuck, Silber oder Designermöbel, können diese zunächst bewertet werden. Kommt ein Ankauf zustande, kann der entsprechende Wert gegebenenfalls mit den Kosten der Haushaltsauflösung verrechnet werden.

Ob und in welcher Höhe eine solche Anrechnung möglich ist, hängt immer vom konkreten Nachlass ab.

Nachlass selbst verkaufen oder komplett ankaufen lassen?

Einzelne Gegenstände privat zu verkaufen, kann grundsätzlich möglich sein. Bei einem umfangreichen Nachlass entsteht dadurch allerdings schnell erheblicher organisatorischer Aufwand.

Für zahlreiche Objekte müssten beispielsweise:

  • Werte recherchiert
  • Fotos erstellt
  • Verkaufsanzeigen geschrieben
  • Interessenten gefunden
  • Fragen beantwortet
  • Preise verhandelt
  • Termine vereinbart
  • Abholungen organisiert

werden.

Besteht gleichzeitig ein fester Termin für die Wohnungs- oder Hausübergabe, kann diese Vorgehensweise schwierig werden.

Ein professioneller Nachlassankauf kann daher insbesondere dann interessant sein, wenn mehrere geeignete Gegenstände vorhanden sind.

Was sollte man vor dem Nachlassankauf nicht tun?

Möglicherweise wertvolle Gegenstände sollten vor der Bewertung möglichst nicht verändert werden.

Insbesondere bei Antiquitäten empfiehlt es sich, auf vorschnelle Restaurierungen oder intensive Reinigungsmaßnahmen zu verzichten.

Nicht empfehlenswert sind beispielsweise:

  • alte Möbel abschleifen
  • Oberflächen neu lackieren
  • Beschläge austauschen
  • Herstelleretiketten entfernen
  • Silber aggressiv reinigen
  • Gemälde selbst restaurieren
  • alte Unterlagen und Zertifikate wegwerfen

Der Originalzustand und vorhandene Dokumentationen können für die Bewertung relevant sein.

Welche Unterlagen können beim Verkauf eines Nachlasses hilfreich sein?

Nicht jeder Nachlass verfügt über entsprechende Dokumente. Falls Unterlagen vorhanden sind, sollten sie jedoch aufbewahrt werden.

Interessant können beispielsweise sein:

  • Kaufbelege
  • Zertifikate
  • alte Gutachten
  • Auktionsunterlagen
  • Künstlernachweise
  • Rechnungen
  • Informationen zur Herkunft
  • Unterlagen zu Sammlungen

Sie können zusätzliche Hinweise zur Herkunft und Geschichte eines Objekts liefern.

Nachlass verkaufen bei einer kompletten Haushaltsauflösung

Besonders praktisch kann die Kombination aus Nachlassankauf und Haushaltsauflösung sein.

Ein sinnvoller Ablauf sieht beispielsweise so aus:

  1. Persönliche Dokumente und Erinnerungsstücke sichern.
  2. Gesamten Hausrat sichten.
  3. Mögliche Wertgegenstände identifizieren.
  4. Antiquitäten und andere interessante Objekte bewerten.
  5. Ankauffähige Gegenstände separat behandeln.
  6. Verbleibenden Hausrat sortieren.
  7. Wohnung oder Haus vollständig räumen.
  8. Nicht verwertbare Gegenstände fachgerecht entsorgen.
  9. Immobilie wie vereinbart übergeben.

Dadurch wird vermieden, dass verwertbare Objekte versehentlich zusammen mit dem übrigen Hausrat entsorgt werden.

Wann ist ein Nachlassankauf besonders sinnvoll?

Eine professionelle Sichtung kann insbesondere sinnvoll sein, wenn:

  • ein älterer Haushalt aufgelöst wird
  • zahlreiche Antiquitäten vorhanden sind
  • die Familie den Wert der Gegenstände nicht einschätzen kann
  • Schmuck, Silber oder Kunst gefunden wurde
  • eine größere Sammlung vorhanden ist
  • ein komplettes Haus geräumt werden muss
  • die Immobilie zeitnah übergeben werden soll
  • eine Haushaltsauflösung bevorsteht

Gerade bei größeren Nachlässen kann eine strukturierte Vorgehensweise viel Zeit und unnötige Einzelverkäufe vermeiden.

Häufige Fragen zum Nachlassankauf

Muss ein kompletter Nachlass verkauft werden?

Nein. Grundsätzlich können auch einzelne interessante Gegenstände bewertet und angekauft werden. Welche Objekte infrage kommen, hängt vom jeweiligen Bestand ab.

Sind nur sehr alte Antiquitäten interessant?

Nein. Auch jüngere Designobjekte, Kunst, Schmuck oder andere gefragte Gegenstände können einen relevanten Marktwert besitzen.

Können Möbel aus einem Nachlass verkauft werden?

Ja, sofern es sich um entsprechend nachgefragte Möbel handelt. Hersteller, Designer, Alter, Zustand und aktuelle Nachfrage sind wichtige Faktoren.

Sollte man den Nachlass vor einer Haushaltsauflösung bewerten lassen?

Bei älteren Haushalten oder wenn Antiquitäten und andere mögliche Wertgegenstände vorhanden sind, kann eine vorherige Sichtung sinnvoll sein. Dadurch sinkt das Risiko, interessante Objekte versehentlich zu entsorgen.

Können Ankauf und Haushaltsauflösung kombiniert werden?

Ja. Werden geeignete Gegenstände angekauft und soll anschließend die gesamte Wohnung oder das Haus geräumt werden, können beide Leistungen organisatorisch miteinander verbunden werden.

Fazit: Erst Nachlass prüfen, dann Haushaltsauflösung durchführen

Wer einen Nachlass verkaufen möchte, sollte nicht vorschnell mit der Räumung beginnen. Antiquitäten, Möbel, Kunst, Schmuck, Silber und andere Gegenstände können einen Marktwert besitzen, der auf den ersten Blick nicht erkennbar ist.

Eine strukturierte Sichtung vor der Haushaltsauflösung hilft dabei, mögliche Wertgegenstände zu identifizieren. Anschließend kann entschieden werden, welche Stücke angekauft, innerhalb der Familie behalten oder im Zuge der Haushaltsauflösung entfernt werden.

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